Unser Jugendgruppenjahr 2007 fing Ende Januar in Albstadt an. Dort hatten wir die Gelegenheit an einer Fledermauszählung teilzunehmen. Außerdem wurden verschiedene Sedimentproben aus unterscheidlichen Höhlen der Schwäbischen Alb gesiebt, gewaschen und mit dem Mikroskop näher untersucht. Abgerundet wurde das Wochenende mit einem Besuch im Freizeitbad „Badkap“.
Im März waren wir im Münstertal bei den Speleologischen Trogloxenen zu Gast. Im Bergwerk Teufelsgrund konnten wir hier mit den Jugendlichen wieder intensiv die Einseiltechnik und den selbstständigen Einbau von Schachtstrecken mit Hilfe von Akkubohrern üben. Als kleines, regional-typisches Schmankerl haben wir bei diesem Treffen noch eine echte Schwarzwälder Käserei besichtigt.
Da die Jugendgruppe im Mai Zuwachs in Person des kleinen Jannis bekommen hatte, fand das nächste Treffen erst im Juli statt. Diesmal waren wir in Schmalfelden zu Gast und konnten dort wieder weite Teile des Fuchslabyrinths erkunden. Außerdem durften wir die nahgelegene Schandtauberhöhle befahren. Bei einem Ausflug in die Altstadt von Rothenburg haben wir bei diesem Treffen ausgestattet mit unseren Höhlenhelmen die Jugendgruppe präsentiert, was besonders bei den japanischen Touristen hervorragend angekommen ist!
Im Oktober schließlich fand unser Jugendgruppentreffen in Pfullingen statt. Dort wurde unseren Kids ein Klettervergnügen der etwas anderen Art, nämlich im Hochseilgarten Lichtenstein geboten, wo jeder seine Geschicklichkeit am Seil unter Beweis stellen konnte. Anschließend ging es aber natürlich noch in die Höhle - für eine Gruppe in den Eichbergschacht, für die andere Gruppe in die Brunnensteinhöhle. Zusätzlich erhielten wir bei diesem Treffen noch eine Führung in die Olgahöhle in Honau, sowie in die für normale Besucher nicht zugängliche Honauer Tuffhöhle.
Zu guter letzt waren wir Anfang November wieder hier in Laichingen zu Gast. Dabei konnten die Teilnehmer den ganzen Samstag lang im künstlichen Schacht und im 100m-Schacht, sowie im Fabrik-Schacht zeigen, was sie das Jahr über an Seiltechnik gelernt hatten. Außerdem durften unsere Kids anhand von selbst erstellten Kurzvorträgen ihr erlerntes Wissen über Höhlenentstehung, Geologie und Höhlenbiologie präsentieren. Abends fuhren wir dann wie die letzten Jahre auch die kurze Strecke rüber nach Grabenstetten zum Gästeabend der Arge.
Zum Schluss möchte ich mich noch mal im
Namen der Jugendgruppe bei all
den vielen Leuten ganz, ganz herzlich bedanken, die an diesem
spannenden Jahr 2007 beteiligt waren. Ob nun als Fahrer, als Köche, als
Begleiter in den Höhlen oder einfach nur als Ansprechpartner bei Fragen
aller Art. Vielen herzlichen Dank auch den Höhlenvereinen, die uns
wieder bereitwillig aufgenommen, uns versorgt haben und uns ein
wirklich tolles Höhlenangebot beschert haben! Auch allen, die uns durch
Ihre Spenden oder mit Rat und Tat im letzten
Jahr unterstützt haben ein herzliches Dankeschön! Darüber sind wir sehr
froh und wir wissen das sehr zu schätzen.
Das vergangene Jugendgruppenjahr brachte uns wieder tolle Höhlenbefahrungen und viel Spaß.
Im Januar hatten wir wohl unser kältestes Treffen überhaupt, denn durchschnittlich waren es sicher immer -10°. Wir waren wieder einmal im Vereinsheim der Arge Grabenstetten untergebracht und konnten nach der Befahrung der Falkensteiner Höhle feststellen wie schnell der nasse Neopren und Schlaz am Boden fest gefrieren können. Am warmen Kamin strotzten wir der Kälte bei der Untersuchung von Wasserproben aus der Höhle.
Anfang März waren wir dann wieder zu Besuch im Bergwerk Teufelsgrund bei den Speläologischen Trogloxenen. Alle hatten hier die Möglichkeit die Einseiltechnik zu lernen, aufzufrischen oder einfach nur zu üben. Die Übernachtung und das Verbringen eines ganzen Wochenendes 500m weit im Bergesinnern war wieder eine besondere Erfahrung.
Als Jugendgruppenhighlight zum fünfjährigen Bestehen fuhren wir im Frühjahr über ein langes Wochenende ins französische Jura. Hier konnten wir den Teilnehmern nun endlich mal die "großen" Höhlen im Nachbarland zeigen, denn vom tollen Tropfsteinschmuck haben die bis jetzt nur gehört.
Im Juni war Ralph Müller vom Verein Speläologie Hohenlohe-Franken als unser Gastgeber. Wieder waren wir in der bereits bekannten ehemaligen Grundschule in Schmalfelden untergebracht und konnten so ohne Umwege ins Fuchslabyrinth und die Heinzengrabenhöhle einsteigen. Bei dieser Tour wurden wir einmal mehr von der Presse begleitet. Dazu erschien ein Artikel im Rundschau Magazin, einer Beilage der FAZ.
Im Höhlenhaus der Schertelshöhle bei Westerheim waren wir dann im Oktober zu Gast. Eine ganze Gruppe "Neue" bekamen eine Führung von Klaus Gebhard durch die Gutenberger Höhlen und anschließend suchten wir bei strömendem Regen die Montmilchhöhle bei der Ruine Sperberseck. Die Anderen besuchten derweil den Todtsburger Schacht. Am Sonntag führte uns Erich Ruopp in den Hawaii-Schacht. Wolfgang Siegel war an diesem Wochenende unser Begleiter, Berater, Fahrer. Von Elfriede und Dietmar Baumeister, dem Vorstandsehepaar, wurden wir kulinarisch verwöhnt.
Wie seit Bestehen der Jugendgruppe fand unser Abschlusstreffen für das vergangene Jahr im November wieder beim Höhlen- und Heimatverein Laichingen statt. Im künstlichen Schacht wurden viele in die Einseiltechnik eingeführt und die anderen kletterten in den Tiefen der Tiefenhöhle. Auch ging es in die Marteren Klufthöhle und den Fabrikschacht. Am Samstagabend besuchten wir den Gästeabend der Arge Höhle und Karst Grabenstetten.
Wir möchten uns nochmals bei allen unterstützenden Höhlenvereinen bedanken, denn ohne deren Hilfe wären die LHK Jugendgruppenwochenenden in dieser Form nicht möglich. Vielen Dank auch allen Vereinen und Personen, die uns durch Geld- und Sachspenden im vergangenen Jahr gefördert haben.
Wir freuen uns auf das neue Jahr mit vielen Teilnehmern, spannenden und lehrreichen Höhlenexkursionen und auf die nette Mithilfe durch die Vereine des LHK`s!
Von Herbst 2002 bis Frühjahr 2004 wurden an mehreren Jugendgruppentreffen die Höhlen im alten Steinbruch vermessen, beschrieben und fotografisch dokumentiert. Ursprünglich sollte die Bearbeitung der Höhlen im Rahmen der Arbeiten der Arge Höhle und Karst Grabenstetten e.V. auf dem Kartenblatt 7820 Winterlingen geschehen.
Bei einer Forschungsfahrt des Vereines während "Speläo-Südwest 2002" in Mühlheim/Donau war es schließlich eine "Grabenstettener Mischung" aus Leitern und Jugendlichen der LHK-Jugendgruppe, die mit der Vermessung der Künstlichen Röhre und einer Außenvermessung die Aktivitäten im Straßberger Steinbruch aufnahm. Damit ist die Vermessung und Beschreibung dieser Höhlen zu einem Projekt der LHK-Jugendgruppe geworden. In den darauf folgenden Monaten wurden mit Unterstützung der Arge Höhle und Karst Albstadt e.V. die drei weiteren Höhlen vermessen, Höhlenbeschreibungen angefertigt, sowie die Daten für das Höhlenkataster Schwäbische Alb in Laichingen aufbereitet. Im Anschluss daran erfolgte die computergestützte Reinzeichnung der Pläne.
Es handelt sich dabei um drei Höhlen und ein künstliches Objekt, die sich in einem seit vielen Jahren stillgelegten Steinbruch befinden. Das längste Objekt ist die 54 Meter lange Plattenversturzhöhle; bei den Anderen handelt es sich um Hohlräume zwischen 11 und 15 Metern. Alle Höhlen wurden zudem in eine aufwendige Außenvermessung mit einbezogen.
Die Arbeiten wurden in den
Unterwelten 12, den Mitteilungen des LHK, veröffentlicht anlässlich
"Speläo-Südwest 2004" in Veringenstadt:
Hummel, Klaus / Riess, Lukas / Ufrecht, Christian / Renz, Florian: Die
Höhlen im alten Steinbruch Straßberg (Mittlere Schwäbische Alb), zahlr.
Abb. & Pläne
Der Artikel ist unter folgender Adresse als PDF online verfügbar: http://www.lhk-bw.de/unterwelten/unterwelteninfo12.htm
Im dritten Jahr des Bestehens der
Jugendgruppe im Landesverband für Höhlen- und Karstforschung
Baden-Württemberg e.V. konnten wieder sechs Treffen durchgeführt werden.
Im Januar waren wir zu Gast bei der Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst
Albstadt; hier konnten mit der Vermessung der Sprengstoffdepothöhle die
Arbeiten im alten Steinbruch Strassberg vorangetrieben werden. Übungen
zur Einseiltechnik und ein Schwimmbadbesuch rundeten das Programm ab.
Die Speläologischen Trogloxene waren im
Februar unser Gastgeber. Im Bergwerk Teufelsgrund im Südschwarzwald
hatten alle Beteiligten die Gelegenheit, ihre Einseiltechnikfähigkeiten
zu verbessern, da hier hervorragende Übungsbedingungen zur Übung unter
Tage herrschen.
Die Doline im Zigeunerwäldle bei
Grabenstetten wurde von der LHK Jugendgruppe im Zusammenarbeit mit der
Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst Grabenstetten auf dem dritten
Treffen im März dieses Jahres vom Müll befreit und renaturiert.
Im Mai wurden unter der Leitung der
Höhlenforschungsgruppe Pfullingen einige Höhlen befahren, unter anderem
die Eichberghöhlen in der Nähe des Schloss Lichtensteins. Die
Pfullinger betreuten uns erstklassig im Naturfreundehaus in Eningen.
Die zweite Vermessung eines Objektes
konnte beim fünften Treffen im Juni durchgeführt werden, die
Froschhöhle in der Hohenlohe. Auf Einladung von Ralph Müller (Verein
für Speläologie Hohenlohe-Franken) wurden unter anderem das
Fuchslabyrinth und die Heinzengrabenhöhle befahren.
Wie in den vergangenen Jahren, so
bildete auch im November das Jugendgruppentreffen beim Höhlen- und
Heimatverein Laichingen den Abschluss für 2003. Im künstlichen Schacht
wurde wieder die Einseiltechnik trainiert; des weiteren konnte in der
Laichinger Tiefenhöhle die Teile im Bereich des 100m Schachtes und der
Sächsischen Schweiz befahren werden, in letzterer wurde durch uns eine
neue Seilstrecke für Übungszwecke eingerichtet. Die Teilnahme am
Gästeabend der Arge Höhle und Karst Grabenstetten komplettierte auch
wieder in diesem Jahr das Laichinger Treffen.
Allen teilnehmenden Höhlenvereinen sei ein großes Dankeschön ausgesprochen. Ohne deren Hilfe wären die Wochenendtreffen der Jugendgruppe im LHK in dieser Form nicht durchführbar. Mein Dank gilt ebenso allen Vereinen, Institutionen und Personen, die uns durch Geld- und Sachspenden im vergangenen Jahr unterstützt haben.
Im Jahr 2002 wurden fünf
Wochenendtreffen der Jugendgruppe des Landesverbandes für Höhlen- und
Karstforschung Baden-Württemberg durchgeführt:
Im Januar lud die Arge Höhle und Karst Albstadt auf die Zollernalb ein: Dieter Hoffmann ermöglichte die Teilnahme bei Fledermauszählungen und erläuterte Wissenswertes rund um das Thema "Fledermäuse". Übungen zur Einseiltechnik und ein Schwimmbadbesuch rundeten das Programm ab.
Im Vereinsheim der Arge Höhle und Karst Grabenstetten fand das zweite Treffen des Jahres im April statt. Eine Befahrung des Auenschachtes, sowie die Erweiterung des Wissens im Bereich "Höhlenvermessung" wurde vermittelt.
Ralph Müller und Thomas Rathgeber führten die Jugendlichen im Juni unter anderem in das Fuchslabyrinth, um einen Einblick in den Muschelkalkkarst der Hohenlohe zu gewinnen.
Im September des vergangenen Jahres
zeigten die Mitglieder des Kahlensteiner Höhlenvereins um Dieter Domke
der Jugendgruppe die Laierhöhle. Ein interessanter Vortrag über die
Höhle ergänzte die Befahrung. Schließlich verbrachte die Jugendlichen
das letzte Treffen im Höhlenhaus des HHV Laichingen. In der Tiefenhöhle
hatten die Teilnehmer wieder alle Gelegenheiten die Einseiltechnik zu
verbessern; im Anschluss konnte unter der Führung von Richard Frank der
Fabrikschacht befahren werden. Ein ausgiebige Führung im neuen
Höhlenmuseum gehörte ebenso dazu wie die Teilnahme am Gästeabend der
Arge Grabenstetten.
Bei dieser Gelegenheit präsentierten die Jugendlichen selbst in einem
Vortrag 'ihre' Jugendgruppe.
Sowohl bei der VDHK-Verbandstagung in Pottenstein, als auch bei Speläo-Südwest in Mühlheim/Donau haben Mitglieder der Jugendgruppe teilgenommen. Den ausrichtenden Höhlenvereinen beider Veranstaltungen sei für die Unterstützung bei der Erlassung der Tagungsgebühren gedankt.
Einige Teilnehmer haben im August beim internationalen Jugendhöhlenforscherlager in Schmiechen höhlenkundliche Kurse belegt und so ihr Wissen in der Speläologie erweitert.
Ein großes Dankeschön soll hiermit allen helfenden Vereinen, Einzelpersonen und Institutionen ausgesprochen werden! Die Durchführung all dieser Aktivitäten wäre ohne sie nicht möglich gewesen.
Unter http://www.lhk-jugendgruppe.de stehen allen Interessierten Berichte, Bilder und Anmeldungen zu den kommenden Veranstaltungen zur Verfügung.
Tobias, Philipp und Martina haben am Gästeabend der Arge Grabenstetten am 09.11.2002 die Jugendgruppe mit einer PowerPoint Präsentation vorgestellt. Hier der Ausschnitt der Pressemeldung:
"Dass es unter den Höhlenkundlern an Nachwuchs nicht mangelt, hatte vor dem mit viel Applaus bedachten Beitrag über die Falkensteiner Höhle die Jugendgruppe im Landesverband der Höhlen- und Karstforscher bewiesen. Die Jugendlichen zeigten in ihrer Selbstdarstellung, was sie bei ihren Treffen in Böttingen, Laichingen, Albstadt und Schmalfelden schon alles gelernt haben und wie viel Spaß die Kombination aus körperlichem Einsatz, dokumentarischer und wissenschaftlicher Arbeit machen kann." (Michael Rahnefeld)
Die Jugendgruppe in der Laierhöhle
Vom 21.bis zum 23.September 2002 fand das Treffen der Jugendgruppe des Landesverbandes für Höhlen und Karstforschung BAWÜ statt. Wir trafen uns am Freitag Abend im Vereinsheim der Arge Grabenstetten in Böttingen. Einer der Programmpunkte war der Besuch der Laierhöhle. Dort erwarteten uns Dieter Domke und Reiner Sauter, die uns durch die Laierhöhle führten.
Der Einstieg erfolgte über Eisenleitern in die ca. 30 m tiefe Donnerstagskluft. Wir gingen weiter durch einen etwa 1,5 m breiten Gang in südliche Richtung. So gelangten wir in die 12 m hohe Pyramidenhalle, die sich durch ihre Lehmpyramiden auszeichnet. Zurück in der Donnerstagskluft stiegen wir am östlichsten Ende durch eine Schleuse in die Wagreinhalle hinab. Wir gelangten durch die 30 m lange Nord - West - Passage zum Berggeist, einer Nebenhalle, in der schöne Stalagmiten und Ansätze von Sinterfahnen zu bestaunen sind. Weiter in westlicher Richtung öffnet sich das Amphitheater, der größte Raum der Höhle mit einer Länge von 42 m und einer Breite von 20 m. Wir staunten alle (nicht nur über Dieter Domkes Flutlichtscheinwerfer). Der Boden fällt zum Mittelpunkt der Halle kreisrund ab, deshalb auch der Name Amphitheater. Wir befanden uns in einer Tiefe von 28 m. Am südlichsten Ende der Halle bewegten wir uns weiter Richtung SW durch den Lehmgang. Dort wurden wir noch einmal richtig dreckig. Wir kamen allerdings nur ein Stück hinein, da der Gang durch mehrere Lehmsiphons unterbrochen wird.
Der Besuch der Laierhöhle war sicherlich für alle ein richtig tolles Erlebnis.
Die Laierhöhle befindet sich auf der Ostalb bei Geislingen-Weiler und wurde 1996 beim Aushub einer Baugrube durch Zufall entdeckt. Heute gilt sie als die tiefste Höhle der Schwäbischen Alb mit einer Tiefe von 122 m. Die vermessene Gesamtlänge beträgt zur Zeit ca. 2 km.
Das Modell einer vereinsübergreifenden Jugendarbeit – Aktivitäten der Jugendgruppe des Landesverbandes für Höhlen- und Karstforschung Baden-Württemberg e.V.
Auf Anregung der Referentin für
Jugendarbeit im Landesverband für Höhlen- und Karstforschung
Baden-Württemberg e.V., Petra Boldt, haben sich im März 2001 in der
Jugendarbeit erfahrene Höhlenforscher getroffen, mit dem Ziel eine
vereinsübergreifende Jugendgruppe zu gründen.
Im Vordergrund stand dabei der Gedanke, Jugendlichen eine
höhlenkundlichen Ausbildung bieten zu können, die vor allem in
kleineren Vereinen oftmals nicht möglich ist, da diese keine spezielle
Jugendarbeit anbieten können. Darüber hinaus wurden auch die Chancen
gesehen, dass sich junge Höhlenforscher und solche, die es noch werden
wollen aus Baden-Württemberg in einem eigenen Rahmen kennenlernen
können und dass auch die Zusammenarbeit der im Landesverband
angeschlossenen Mitgliedsvereine dadurch neue Impulse erfahren kann.
Neben der Vermittlung der höhlenkundlichen Grundlagen soll die
Jugendgruppe vor allem auch den Zweck haben, Teilnehmern die
Sensibilität der Natur und im Speziellen die der Höhle zu vermitteln.
Die Beteiligten waren sich ebenso einig, dass ein integriertes
Freizeitprogramm in Form von Spielen und Aktivitäten, die nicht
unmittelbar mit dem Themenbereich 'Höhle' zusammenhängen, eingebunden
werden soll.
Es wurde vereinbart, sogenannte 'Treffen' alle zwei bis drei Monate durchzuführen, möglichst an vielen verschiedenen Orten, damit den Teilnehmern eine Vielzahl an Optionen geboten werden kann.
In den folgenden Wochen wurden alle Mitgliedsvereine des Landesverbandes über die Bildung einer Jugendgruppe informiert und alle Jugendlichen zu einem ersten Treffen im Juni 2001 eingeladen. Auch über die Mailinglisten Speleo-de und Speleo-aktuell wurde noch einmal über die Möglichkeiten einer Teilnahme informiert.
Nach über einem dreiviertel Jahr und vier Wochenendveranstaltungen können die Leiter der Jugendgruppe ein durchweg positives Zwischenergebnis präsentieren: Nach und nach kaufen sich die Teilnehmer ihre eigene Ausrüstung; ein Zeichen dafür, dass viele so begeistert sind und in der Höhlenforchung festen Fuss fassen wollen. Für das im Sommer stattfindende JuHöFoLa in Schelklingen-Schmiechen sind die ersten der älteren Jugendlichen bereits angemeldet. Darüber hinaus haben sich ganz neue und feste Freundschaften geschlossen, die auch über die Jugendgruppe hinaus Bestand haben und gepflegt werden.
Diese in Deutschland bisher einmalige Einrichtung könnte auch für weitere Landesverbände durchaus von Interesse sein, schliesslich ist es offensichtlich, dass die Höhlenforschung bundesweit vor einem Nachwuchsproblem steht, nicht erst seit gestern. Jugendarbeit in jedwedem Sinne ist als Zukunftsinvestition zu sehen, im Zusammenhang mit der Höhlenkunde aber vor allem um den Höhlenschutz zu vermitteln und dem Aufschwung des Höhlentourismus entgegenzuwirken. Neben der erfogreichen Ausbildung von Jugendlichen aus Baden-Württemberg wäre es für alle an der Jugendgruppe beteiligten Höhlenforscher eine besondere Freude, ähnliche Projekte in anderen Landesverbänden wachsen zu sehen und mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
Im Folgenden sollen die Aktivitäten der Jugendgruppe seit ihrer Gründung knapp vorgestellt werden:
Vom 22.06. bis 24.06.01 fand im Vereinsheim der ArGe Höhle & Karst Grabenstetten in Münsingen-Böttingen das erste Treffen der Jugendgruppe statt. 13 höhleninteressierte Teilnehmer zwischen 12 und 19 Jahren konnten begrüsst werden. Aufgeteilt in Gruppen lernten die Jugendlichen unter der Anleitung von acht erfahrenen Betreuern verschiedene Bereiche der Höhlenforschung kennen. Die Themen Geologie der Höhlen, Höhlenvermessung und Einseiltechnik bildeten die Schwerpunktbereiche. Im Rahmen des Programmes wurde jedem Jugendlichen die Möglichkeit gegeben, eine Höhle der Schwäbischen Alb kennenzulernen. Höhlenfilme und Höhlenbilder über die verschiedensten Forschungsaktivitäten, sowie Spiel und Spass rundeten das Programm schliesslich ab.
Bereits beim zweiten Treffen vom 14.09. bis 16.09.01, das wiederum in Münsingen-Böttingen stattfand, konnte auf die erworbenen Kenntnisse der Jugendlichen aufgebaut werden: Im Zuge der Befahrung des bei Neuffen gelegenen Bauerlochs hat eine Gruppe übungshalber die Vermessung des Eingangsbereiches vorgenommen und anschliessend eine komplette Planskizze erstellt. Am darauffolgenden Morgen wurden die Ergebnisse des Vortags sogar am Computer ausgewertet und ein Plan des Eingangsteils gezeichnet. Für das dritte Treffen wurde die Lokalität gewechselt: Im Höhlenhaus des HHVL Laichingen fand erneut ein sehr erfolgreiches Jugendwochenende statt.
Vom 09.11. bis 11.11.01 hatten die Teilnehmer die Gelegenheiten, die Einseiltechnik zu verbessern beziehungsweise von Grund auf zu erlernen. Im künstlichen Schacht, sowie an mehreren Stellen in der Laichinger Tiefenhöhle konnten die Jugendlichen, betreut in Kleingruppen, ihre SRT Kenntnisse verbessern. Beinahe jeder Teilnehmer konnte am Ende des Tages in der Tiefenhöhle den '100 Meter Schacht' befahren. Bei dem am 10.11. stattfindenden Gästeabend der ArGe Höhle & Karst Grabenstetten verfolgten die Jugendlichen die dargebotenen Vorträge und belebten die anwesende HöFo Szene merklich. Die bisherigen Aktivitäten der Jugendgruppe wurden mit einigen Schautafeln zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt. Zum Abschluss des Wochenendprogrammes erläuterte Richard Frank den Sinn und Zweck des 'Höhlenkataster Schwäbische Alb' und führte die Jugendgruppe durch die Räume direkt über der Tiefenhöhle.
Im neuen Jahr wurde schliesslich der Einladung der ArGe Höhle & Karst Albstadt auf die Zollernalb gefolgt. Vom 11.01 bis 13.01.02 stand das Thema 'Fledermäuse' im Mittelpunkt. Nach einem gemeinsamen Workshop über die verschiedensten Techniken der Helmbeleuchtung, vor allem ihrer Vor- und Nachteile, ließ Dieter Hoffmann die Jugendlichen in zwei Gruppen in einer Kleinhöhle an einer Fledermauszählung teilnehmen. Dazu gehörte natürlich auch die Aufklärung über die Besonderheiten der Tiere und die Vermittlung der Schutzwürdigkeit der Arten. Auf eine Befahrung in eine größere Höhle wurde aufgrund der Fledermausschutzzeit verzichtet, dafür verbrachten die Jugendlichen bei diesem Treffen einen ganzen Nachmittag im örtlichen Erlebnisbad.
Für die Zukunft sind neben weiterer Treffen auch die Teilnahme an der Bundesverbandstagung in Pottenstein und an 'Speleo Südwest' in Mühlheim an der Donau geplant.
Für die kostenfreie Unterkunft und
Verpflegung, die Unterstützung bei logistischen Problemen und der
Bereitstellung von Höhlenausrüstungen sei den Vereinen ArGe Höhle
& Karst Grabenstetten, ArGe Höhle & Karst Albstadt und
dem HHVL Laichingen ein herzliches Dankeschön ausgesprochen. Ohne
engagierte Mitglieder dieser Vereine, aber auch vieler weiterer
Personen wäre eine so erfolgreiche Durchführung bis heute nicht
zustande gekommen.
Ein besonderer Dank für Geldspenden geht an die Arge Höhle &
Karst Grabenstetten (DM 600,-), an Anke und Hans Martin Luz,
Leinfelden-Echterdingen (DM 300,-) und an die Firma
TTC-Flach/Wasseraufbereitungsanlagen, Kolbermoor (DM 600,-).
Allen Höhlenforschern, die uns Sachspenden in Form von nicht benötigter
Ausrüstung zukommen liesen, sei ebenfalls herzlich gedankt.
Die Mitglieder der Jugendgruppe verfügen natürlich nicht über die Geldmittel, wie die seit vielen Jahren in der Forschung tätigen Höhlenkundler, um sich benötigte Materialien zu beschaffen. Deswegen sind wir auch stehts bemüht, die Gebühren für die Jugendlichen möglichst niedrig zu halten. Wir möchten daher alle Höhlenforscher um Sachspenden in Form von nicht mehr benötigter Ausrüstung bitten. Es sollte sich um noch gebrauchsfähiges Material handeln.
Das erste Treffen im Juni
Das erste Treffen der neugebildeten Jugendgruppe im Landesverband für Höhlen- und Karstforschung Baden-Württemberg e.V. fand vom 22.06. bis zum 24.06.2001 in Münsingen-Böttingen auf der Schwäbischen Alb statt. Im Vereinsheim der Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst Grabenstetten e.V. trafen sich 13 höhleninteressierte Teilnehmer zwischen 12 und 19 Jahren. In Gruppen aufgeteilt lernten die Jugendlichen unter der Anleitung von acht erfahrenen Betreuern verschiedene Bereiche der Höhlenforschung kennen: Die Themen Geologie der Höhlen, Höhlenvermessung und Einseiltechnik bildeten die Schwerpunktbereiche. Die Gruppenarbeit beschränkte sich auf den Samstag Mittag und wurde von allen jugendlichen mit großem Eifer angenommen. Kursübergreifend konnten den Teilnehmern in einem Chemieworkshop speleogenetische Lösungsvorgänge veranschaulicht werden. Diverse Höhlenvideos, die Vorstellung des Landesverbandes und Dias über Forschungsaktivitäten in Mosambik rundeten das höhlenkundliche Programm ab. Jedem Teilnehmer wurde zudem die Möglichkeit gegeben, im Rahmen unseres Wochenendprogrammes eine Höhle zu befahren. Daneben sind Spiel und Spaß natürlich nicht zu kurz gekommen. Die Jugendlichen erfreuten sich zudem am allabendlichen gemütlichen Beisammensein am Lagerfeuer.
Mein Dank gilt zum einen allen Teilnehmern, die mit großem Enthusiasmus unser Programm von alleine erweiterten, zum anderen aber vor allem allen Betreuern, sei es im höhlenkundlichen oder im verpflegungstechnischen Rahmen, die dazu beigetragen haben, dass das erste Treffen der neugeschaffenen Jugendgruppe in allen Bereichen als so großer Erfolg gewertet werden kann.